Der private Einsatz von Streusalz ist in den vielen Gemeinden mittlerweile verboten. Aus gutem Grund: «Streusalz verätzt Wurzeln und verschlechtert den Nährstoffgehalt im Boden. Das Salz reichert sich im Boden an und stört dann auch das ganze Jahr über die Wasseraufnahme von Bäumen», erklärt Christian Hönig. Er ist Abteilungsleiter für Biodiversität beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Auch für Tierpfoten kann Streusalz zum Problem werden.
Zum Salz, das die Eisfläche antaut, gibt es aber auch sogenannte stumpfe Streumitteln als Alternativen. «Bei diesen Streumitteln geht es darum, glatte Oberflächen zu durchbrechen – damit Schuhe auf dem Gehweg oder Reifen auf der Straße Halt finden. Dafür eignen sich grundsätzlich erst einmal alle klassischen Streumittel», sagt Hönig. Dazu gehören etwa Sand, Kies, Asche oder Holzspäne oder Granulat.
Doch welches dieser Streumittel ist für die Umwelt besonders verträglich? Und gibt es bei der Wahl zu bedenken?
Kies, Sand und Granulat – die Unterschiede
Während Kies, Granulat oder gröbere Sägespäne oft länger liegen bleiben, wird Sand meist schneller abgetragen, so Hönig. «Bei gröberem Kies darf man ruhig großzügig sein, damit die einzelnen Steinchen die Fläche des Gehweges auch abdecken.»
Sind auf dem Weg auch Fahrräder unterwegs, kann Sand statt Kies die bessere Wahl sein. Denn bei feineren Streumitteln hat der Fahrradreifen oft mehr Grip, «zumal sich Sand auf größeren Flächen besser verteilen lässt», so Hönig. Generell rät er, regelmäßig zu streuen.
Auf Herkunft und Zeichen achten
Wem die Umwelt am Herzen liegt, der achtet beim Kauf auf ein Zeichen: den Blauen Engel. «Damit kann man sicher sein, dass das Streumittel bei der Ausbringung unbedenklich ist.»
Wer noch mehr auf Nachhaltigkeit achten will, sollte Streumittel vermeiden, für deren Herstellung Energie aufgewendet wurde und lange Transportmittel nötig sind – etwa Vulkangestein, das extra abgebaut werden muss. Stattdessen kann man regionale Reststoffe verwenden, die ohnehin bei der Produktion anfallen.
Asche, Holzspäne & Co.: Was es bei Reststoffen zu bedenken gibt
«Befindet sich in der Nähe ein Sägewerk oder eine Tischlerei, kann man dort nachfragen, ob etwa Hobellocken oder Sägespäne übrig sind», sagt Christian Hönig. Auch feine Hackschnitzel vom Gartenbau sind geeignet. Mit Glück spart man sogar Geld und muss für das Abfallprodukt nicht einmal bezahlen.
Wichtig ist nur: Das verwendete Holz muss unbehandelt sein, darf als beispielsweise nicht lackiert sein. Sonst bringt man im schlimmsten Fall Schadstoffe in die Umwelt.
Das gilt übrigens auch für Asche. «Da ist immer die Frage, was vorher verbrannt wurde. Am besten nimmt man nur Asche aus dem eigenen Kamin. Denn dann weiß man sicher, ob da nur unbehandeltes Holz verbrannt wurde», so Hönig.
Heißes Wasser – auch eine Lösung?
Streuen ist das eine. Der beste Schutz vor Glätte ist aber, wenn man vorhandene Eisschichten beseitigt. Da kann heißes Wasser helfen.
Der Einsatz ist aber meist nur punktuell sinnvoll. «Die Rutschgefahr ist dadurch aber nicht automatisch gebannt», sagt Hönig. Im Gegenteil, die Methode birgt sogar Risiken. «Besonders gefährlich sind Eisflächen, wenn sie nur antauen und dann ein rutschiger Wasserfilm darauf bildet.»
Im Idealfall beseitigt man Eis und Schnee, wenn er frisch gefallen ist. Denn richtig rutschig wird die Fläche oft erst, wenn sie mit Druck – also durch unsere Schritte oder Reifen – verdichtet wird.
