Zögern kann teuer sein – das jedenfalls gilt für den Austausch einer alten Öl- oder Gasheizung, hat das Ratgeberportal Finanztip herausgefunden. Der Grund: ineffiziente alte Technik und mit den Jahren sinkende Fördersummen. Überschreitet die bisherige Heizungsanlage das Alter von 20 Jahren, lohne sich darum ein genauer Blick.
Mehr als jede dritte Anlage hat dieses Alter längst erreicht, zeigt der aktuelle Gebäudereport der Deutschen Energie-Agentur. Rund jede sechste ist sogar schon mindestens 30 Jahre alt. «Solche Anlagen erreichen im Alltag typischerweise nur einen Jahresnutzungsgrad von 70 bis 80 Prozent», sagt Sandra Duy, Finanztip-Expertin für Energetische Sanierung. «Ein spürbarer Teil der Energie verpufft damit ungenutzt – und erhöht dauerhaft die Heizkosten.»
Effizienz wird mit den Jahren eingebüßt
Was das konkret bedeutet, wird an einem Beispiel deutlich: Ein Einfamilienhaus verbraucht etwa 18.000 Kilowattstunden (kWh) Wärme pro Jahr. Um die zu erzeugen, verbraucht eine alte Gasheizung mit einem Jahresnutzungsgrad von 70 Prozent rund 25.700 kWh Gas. Bei einem Gaspreis von aktuell etwa 9,39 Cent je kWh entstehen so pro Jahr Heizkosten von 2.400 Euro. Eine moderne Gasbrennwertheizung hingegen verbrauche für dieselbe Leistung nur rund 19.000 kWh Gas und schlage so nur mit rund 1.800 Euro Kosten pro Jahr zu Buche.
Eine Wärmepumpe könnte sogar noch effizienter arbeiten, so Finanztip. Bei einer Jahresarbeitszahl – der Kennzahl für die Effizienz der Pumpe – von 3,41 benötigt sie etwa 5.300 kWh. Bei einem aktuellen Strompreis von 30,11 ct je kWh entspricht das etwa 1.600 Euro. Die Ersparnis mit einer moderneren Heizungsanlage kann also bei bis zu 800 Euro pro Jahr liegen. Wer zusätzlich einen speziellen Wärmepumpenstromtarif oder eine Solaranlage nutzt, kann sogar noch mehr sparen.
Geschwindigkeitsbonus kann komplett entfallen
Hinzu kommen mögliche Einbußen bei der Förderung: Denn den Tausch einer noch funktionierenden Heizung gegen eine effizientere, klimafreundliche Alternative fördert die KfW mit einem sogenannten Geschwindigkeitsbonus von 20 Prozent. Förderfähig sind Kosten von bis zu 30.000 Euro, im günstigsten Fall erhielten Verbraucherinnen und Verbraucher also bis zu 6.000 Euro Zuschuss. «Ab 2029 sinkt dieser Bonus alle zwei Jahre um drei Prozentpunkte», sagt Sandra Duy. Wer also noch mehrere Jahre mit dem Tausch wartet, erhält Schritt für Schritt eine geringere Förderung. Fällt die Heizung vor dem Austausch aus, entfällt der Bonus sogar komplett.
Besonders bei einem Ausfall der Heizung in der kalten Jahreszeit stehen Betroffene unter Zeitdruck – und entscheiden sich im Zweifel für das erstbeste Angebot. Sandra Duy empfiehlt Eigentümerinnen und Eigentümern daher, vorausschauend zu handeln, weil eine gute Planung Zeit benötige. Zudem seien viele Fachbetriebe in der Heizsaison voll ausgelastet. Wer also einen Wechsel anstrebt, sollte frühzeitig prüfen, wie alt die bisherige Heizungsanlage ist und wie effizient sie noch arbeitet.
